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Naturnaher Lesegarten erhält Fördergelder der Sparkasse Darmstadt

Jubiläumsstiftung  „Stärken fürs Leben“ würdigt das Engagement der Studierenden für Umwelt und Natur

Seit nunmehr acht Jahren bereichert der naturnahe Lesegarten das Gelände der Alice-Eleonoren-Schule. Mit großem Engagement, Freude am gemeinsamen Tun und einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein für Umwelt und Natur haben Studierende der Fachschule für Sozialwesen in der Martinstraße hier ein echtes Kleinod geschaffen, das zum Verweilen, Lernen und Entdecken einlädt.

Jedes Jahr übernehmen neue Studierendengruppen die Pflege und Weiterentwicklung des Gartens. Unter der Leitung von Jutta Frank ist die praktische Arbeit fest im Unterricht verankert – etwa in der Projektarbeit, im Kunstunterricht, in Naturwissenschaft und Technik sowie im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung. So wird der Garten nicht nur gepflegt, sondern stetig weitergedacht und nachhaltig gestaltet.

Wie alles begann

Mit dem Umzug der Bibliothek in den Keller entstand auf dem weitläufigen Außengelände neuer Gestaltungsspielraum. Der bereits bestehende Schulgarten mit Hügelbeeten, Kräuterspiralen, Insektenhotels und einem kleinen Teich bekam eine „große Schwester“: den naturnahen Lesegarten.

Ein Projektantrag beim Verein zur Förderung der Lesekompetenz ermöglichte erste Anschaffungen, vor allem Gartenwerkzeuge. Aus Paletten entstanden die ersten selbstgebauten Sitzmöbel – kreativ, nachhaltig und mit viel handwerklichem Geschick gefertigt.

Es wächst und gedeiht

Im Laufe der Jahre kamen weitere Sitzgelegenheiten hinzu, sodass heute sogar ganze Klassen im Garten Platz finden. Aus einer grünen Pausenecke ist ein lebendiges „grünes Klassenzimmer“ geworden. Hier wird gelesen, beobachtet, geforscht, diskutiert und gestaltet – Lernen mit allen Sinnen.

Mehr Biodiversität – ein Stück Natur im Wohngebiet

Bienenhotels, ein Schmetterlingsgarten, ein Igelhotel, Brutkästen und sogar eine Eichhörnchenvilla bieten zahlreichen Tierarten Lebensraum und machen den Garten zu einem wichtigen Beitrag für mehr Biodiversität im Wohnumfeld.

Der Teich ist ein besonders wertvoller Lebensraum: Hier leben Großlibellen samt Nachwuchs neben Molchen, Teich- und Grasfröschen. Köcherfliegenlarven und Eintagsfliegen tummeln sich im Wasser. Auch eine Ringelnatter wurde bereits gesichtet – ein besonderes Erlebnis, das durchaus ambivalente Gefühle hervorrief und eindrucksvoll zeigt, wie naturnah dieser Ort geworden ist.

Dem Klimawandel trotzen

Auch der Garten bleibt vom Klimawandel nicht unberührt. Nach dem heißen Sommer 2015 verschwanden einige Pflanzenarten, andere kamen neu hinzu. Gemeinsam überlegen die Studierenden, wie der Garten klimaresistenter gestaltet werden kann. Angepasste Pflanzenauswahl, nachhaltige Bewässerungssysteme und schattenspendende Elemente sind dabei zentrale Themen.

Weiterentwicklung zum lebendigen Lern- und Begegnungsort

Der „Naturnahe Lesegarten“ unserer Fachschule für Sozialwesen soll durch ein innovatives Gartenprojekt zu einem lebendigen Lern- und Begegnungsort weiterentwickelt werden. Ziel ist es, einen grünen Lernraum zu schaffen, der gleichermaßen zum Verweilen, Lesen, Lernen und gemeinschaftlichen Handeln einlädt.

Geplant ist der weitere Ausbau des „Grünen Klassenzimmers“: Sitzgelegenheiten in naturnah gestalteten Leseecken bieten Studierenden die Möglichkeit, sich in inspirierender Umgebung zu erholen, Bücher zu lesen oder Arbeitsaufgaben zu reflektieren.

Ein zentrales Element bildet künftig ein Naschgarten mit Hochbeeten, Beerenhecken und Obstbäumen. Hier können Studierende eigenständig Gemüse und Früchte anbauen und pflegen – ein aktiver Beitrag zu gesunder Ernährung, Selbstversorgung und dem bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen. Die Erträge sollen sowohl im Schulalltag als auch bei kleinen Gemeinschaftsaktionen genutzt werden.

Selbst gebaute Vogelhäuser und weitere Insektenhotels tragen zur Erhöhung der Biodiversität bei und machen ökologische Zusammenhänge sichtbar und begreifbar. So wird Nachhaltigkeit nicht nur theoretisch vermittelt, sondern praktisch erlebt.

Darüber hinaus soll der Garten verstärkt als Ort der Begegnung dienen: Studierende werden Vorlesestunden für den benachbarten Kindergarten gestalten, sodass Kinder frühzeitig für Natur und Literatur begeistert werden. Auch Veranstaltungen wie Flohmärkte, Kleidertauschbörsen oder eine Büchertauschecke sind geplant. Damit entwickelt sich der Lesegarten zu einem offenen Raum für Nachhaltigkeit, kulturellen Austausch und soziale Verantwortung.

Zur Vernetzung mit regionalen Initiativen sind Exkursionen zu Gartenprojekten im Rhein-Main-Gebiet vorgesehen, etwa zu Bioland- oder Demeter-Betrieben sowie zu Urban-Gardening-Projekten. Auch die kurzzeitige Unterbringung von Nutztieren wie Schafen oder Hühnern kann den naturnahen Lesegarten zu einem lebendigen und erlebnisorientierten Ort unmittelbarer Naturerfahrung machen.

Dank der Projektförderung „Stärken fürs Leben“

Dank der Unterstützung und Projektförderung der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Darmstadt kann dieses nachhaltige Projekt weiter wachsen und auch künftig ein besonderer Lern- und Lebensraum für unsere Studierenden bleiben.

Unser naturnaher Lesegarten zeigt eindrucksvoll, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung, ökologische Verantwortung und soziales Engagement Hand in Hand gehen – mitten im Schulalltag und mitten im Wohngebiet.