Über die Alice-Eleonoren-Schule
Unser Leitbild
In einer sich wandelnden Welt nutzen wir das Leitbild aktiv in unserer Schulgemeinschaft für Orientierung und Verbindlichkeit, um gemeinsam Zukunft zu gestalten. Unser Leitbild gibt uns Halt und Motivation, um unsere Schule zu einem Sozialraum der Chancen, der Wertschätzung und der gemeinsamen Verantwortung zu machen.
Unsere Schule ist ein sicherer Ort. Wir alle tragen dazu bei, indem wir Verantwortung für unser eigenes Handeln übernehmen. Wir haben ein Bewusstsein dafür, dass im Miteinander Grenzen geachtet werden. Jede Person wird gehört, unterstützt und erfährt Rückhalt von der Schulgemeinschaft.
Unsere Schule ist ein vertrauensvoller Ort, an dem Mitgestaltung und Mitbestimmung stattfindet. Jede Person kennt und nutzt aktiv die dafür vorhandenen Möglichkeiten.
Unsere Gemeinsamkeiten und Unterschiede bereichern uns und bieten vielfältige Gelegenheiten zur persönlichen Weiterentwicklung.
Wir achten auf unsere eigenen Gefühle und Bedürfnisse und können so andere verstehen und ihnen offen begegnen.
Wir achten Regeln, weil diese Sicherheit und Orientierung bieten. Damit tragen wir dazu bei, dass Vereinbarungen Gültigkeit haben und verbindlich sind.
Bildung ist ein Prozess. Wir sind uns bewusst, dass Bildungswege individuell sind, deshalb betrachten wir Unterricht als Entwicklungsraum. Wir betrachten Fehler als wertvolle Gelegenheiten, die uns zur Selbstreflexion anregen und uns helfen, Veränderungen vorzunehmen.
Unseren Unterricht gestalten wir lebensnah und praxisorientiert, sodass die Lernenden den Bezug zu ihrer Lebenswelt und späteren Berufspraxis herstellen können. Wir fördern individuelle Kompetenzen und Persönlichkeitsentwicklung durch differenzierten und adressatenorientierten Unterricht. Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis gelingt uns durch Lernortkooperationen und das Aufgreifen aktueller Themen aus den Arbeitsfeldern. Reflexion, Ermutigung und Handlungsorientierung prägen unser Unterrichtsverständnis. Die vielfältigen beruflichen Hintergründe der Lehrkräfte nutzen wir als Ressource. Wir arbeiten strukturiert, ziel- und handlungsorientiert. Transparenz über Lernziele, Erwartungen und Leistungskriterien ist uns wichtig.
Woher kommt der Name „Alice-Eleonoren-Schule“?
Alice – Eleonore, kein Doppelname, sondern die Namen zweier Darmstädter Großherzoginnen, deren Wirken uns noch heute beeindrucken kann.
Alice (Bild links) gründete 1875 eine Berufsfachschule für Mädchen, die Alice- Schule.
Der Name ihrer Schwiegertochter Eleonore wurde 1917 hinzugefügt.
Bildungssituation der Mädchen und Frauen im 19. Jahrhundert
In einer Zeit, in der Frauen, um finanziell abgesichert zu sein, i.d.R. entweder heiraten oder sich der Kirche verpflichten mussten, forderte Luise Büchner, dass Frauen eine qualifizierte Berufsausbildung erhalten.
Mitte des 19. Jahrhunderts arbeiteten arme Frauen z.B. als Wäscherinnen oder Dienstmädchen ohne Ausbildung und für geringen Lohn. Auch viele bürgerliche Frauen waren berufstätig, z.B. als Gouvernanten, Lehrerinnen in privaten Mädchenschulen oder auch als Händlerinnen. Die Schulzeit endete für Frauen i.d.R. bereits nach 5 oder 6 Jahren. Wissen und Können, das Frauen für eine Berufstätigkeit benötigten, mussten sie sich autodidaktisch aneignen. Eine akademische, kauf-„männische“ oder handwerkliche Ausbildung war für sie nicht vorgesehen.
Alice, Großherzogin von Hessen und bei Rhein
Großherzogin Alice von Hessen und bei Rhein (Bild rechts) war die Tochter der Queen Victoria von Großbritannien und von Albert von Sachsen-Coburg-Gotha.
Sie wurde 1843 in London geboren und starb im Jahr 1878 mit nur 35 Jahren in Darmstadt.
Alice erkannte die Bedeutung einer qualifizierten und konfessions- unabhängigen Berufsausbildung für junge Frauen.
Daher gründete sie gemeinsam mit Frauen der Bürgerschaft die „Alice-Vereine“ und 1875 auch die Alice-Schule. Die Leitung und die praktische Arbeit in den Vereinen lagen in den Händen bürgerlicher Frauen.
Wilhelmine Strecker leitete den Alice-Verein für Krankenpflege und Luise Büchner den Alice-Verein für Frauenbildung und Erwerb.
Luise Büchner
Luise Büchner entstammte einer angesehenen Darmstädter Arztfamilie. Sie galt als überaus wissbegierig. Da für Mädchen der Schulbesuch bereits nach wenigen Jahren endete, musste auch sie sich ihr Wissen größtenteils autodidaktisch erwerben. Dies tat sie außerordentlich erfolgreich. So schrieb sie z.B. selbst Artikel und Bücher. Schon ihr erstes Buch: „Die Frauen und ihr Beruf“ wurde sehr erfolgreich.
Als Vize-Präsidentin des „Alice-Vereins für Frauenbildung und Erwerb“ (ursprünglich „Verein zur Förderung der weiblichen Industrie) engagierte sie sich inhaltlich und organisatorisch für die Aktivitäten und Projekte des Vereins.
Beeindruckend ist, mit welcher Konsequenz und Beharrlichkeit sie die Ausbildung der Frauen weiterentwickelte und damit deren Situation kontinuierlich verbesserte:
Um eine Qualitätssteigerung der Handarbeiten und damit einhergehend eine weitere Lohnsteigerung zu ermöglichen, forderte sie die Einführung eines systematischen Handarbeitsunterrichtes als Pflichtfach für die allgemeinbildende Schule.
Mit Hilfe von Großherzogin Alice initiierte Luise Büchner an der vorhandenen Gewerbeschule Kurse für junge Mädchen.
Hier wurden die jungen Frauen zusätzlich zur Handarbeitsausbildung, im Schreiben, Lesen, Rechnen und Zeichnen unterrichtet. Auch die Teilnahme für die Frauen an Kursen für Buchführung und damit das Erwerben „kaufmännischer“ Kenntnisse wurde durch das Engagement Luise Büchners möglich.
Gründung der Alice-Schule durch Großherzogin Alice und Luise Büchner
1875 wurde die Alice-Schule gegründet. Hier sollten zunächst Handarbeitslehrerinnen ausgebildet werden. Mit Schneiderei und Handarbeiten konnten Frauen auch nach einer Heirat Geld verdienen. Die Berufe Näherin und Schneiderin gehörten ab den 1890er Jahren bis in die 1950-er zu den häufigsten und beliebtesten Berufen von Frauen. Der Beruf bestand nicht nur aus Handarbeit, sondern erforderte auch Kreativität beim Design uvm..Viele Familien erkannten die Wichtigkeit der Ausbildung und nahmen das Angebot gerne an.
Luise Büchner schreibt dazu:
„Sehr erfreulich ist die ehrenwerte Gesinnung, welche die Eltern der Schülerinnen öfter an den Tag legen, indem sie ihren Dank dafür aussprechen, dass ihren Töchtern hier eine Gelegenheit zu zweckmäßiger Weiterbildung angeboten werde und wie sie gern Opfer brächten, damit sie einmal auf eigenen Füßen stehen können und nicht den ersten besten Mann zu nehmen bräuchten.“ I
1877 verstarb Luise Büchner im Alter von 56 Jahren. Großherzogin Alice verstarb ein Jahr später mit nur 35 Jahren an Diphterie. Die Präsidentschaft der Alice Vereine übernahm zunächst Alices älteste Tochter Viktoria.
Alice-Eleonoren-Schule – 1917 bis 1934
Unter Eleonores Protektorat wurde 1917 ein „Kindergärtnerinnenseminar“ gegründet und einige Jahre später die Kinderpflegerinnenschule.
Die Alice-Schule erhielt ihren heutigen Namen und hieß nun: „Alice-Eleonoren-Schule“.
Im Jahr 1924 wurde die Alice-Eleonoren-Schule bereits von 130 – 140 Seminaristinnen und 600-700 Fachschülerinnen besucht. II
1934 wurden die Alice-Vereine – wie fast alle bürgerlichen Vereine – durch die Nationalsozialisten aufgelöst. Die Alice-Eleonoren-Schule wurde aufgeteilt auf die Eleonoren-Schule und die Städtische Haushaltsschule. III
Großherzogin Eleonore schrieb hierzu:
„Eine wertvolle Gründung der Großherzogin Alice ist mit dem Jahre 1934 zu Ende gegangen. Es ist mir ein Bedürfnis, diesem Werk gerecht zu werden und die Erinnerung an es bei all denen wach zu halten, die die Alice-Eleonoren-Schule geschätzt haben. Viele hessische Frauen und Mütter haben hier den Grundstock gelegt für die Bestellung ihres eigenen Heimes. Viele technische Lehrer wurden hier ausgebildet, um zerstreut im Hessenland ihr Wissen an den Schulen an ihre Töchter weiterzugeben; ferner fanden Hortnerinnen, Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen für die Familie eine gründliche sachgemäße Ausbildung.“ IV
Alice-Eleonoren- Schule – 1947 bis heute
Im Jahre 1947 wurde die Alice-Eleonoren-Schule (schon damals an mehreren Standorten) wiedereröffnet und die Vielfalt der Ausbildungsmöglichkeiten wurde nach und nach ausgeweitet. Längst besuchen auch Männer die Schule.
Die Anzahl der Schüler*innen ist auf ca. 1150 angewachsen.
Auch heute noch werden Maßschneider*innen ausgebildet. Weitere Ausbildungen werden in den Bereichen Körperpflege (Friseur*in) und Ernährung (Fachpraktiker*in) angeboten.
Ein großer Schwerpunkt der Schule liegt im Bereich Sozialwesen mit der Sozialassistent*innen-Ausbildung, der Erzieher*innen- und Heilerziehungspflegeausbildung, sowie der Fachoberschule Sozialwesen.
Doch schon in der Berufsvorbereitung, die zum Hauptschulabschluss führt und in der darauf aufbauenden 2-jährigen Berufsfachschule (Mittlerer Bildungsabschluss) sind diese beruflichen Schwerpunkte vertreten. Dazu kommen medizinisch-technische und pflegerische Schwerpunkte.
Neben der beruflichen Qualifikation können an der Alice-Eleonoren-Schule alle Abschlüsse vom Hauptschulabschluss bis zur Fachhochschulreife erworben werden.Handlungsleitendes Prinzip der Schule war und ist es, Menschen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Konfession, die Möglichkeit zu umfassender Bildung, Professionalisierung und Weiterentwicklung und damit zu einem selbstbestimmten und sinnerfüllten Leben zu geben.
Luise Büchner formulierte wie folgt:
„Vereint mit Männern sehen wir die Frauen wirken und arbeiten, denn nur eine Vereinigung beider Geschlechter zum besten Zwecke wird im Stande sein, die sozialen Fragen zu lösen, und allen jenen Forderungen gerecht zu werden, welche die Menschheit mit Recht an die Menschheit stellt. Die größte und wichtigste Frage aber, (…), das ist die der Erziehung, der Schule! Was diese Beiden jetzt, im Hause, wie in den öffentlichen Anstalten, aus der deutschen Nation machen, das wird sie einst sein.“V
Für uns ist es heute eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen ebenso wie Männer ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können. Hierfür haben sich die oben beschriebenen Frauen vor mehr als 150 Jahren mit Mut, Beharrlichkeit und Energie eingesetzt.
Auch heute noch ist es ein gesellschaftlicher Auftrag, ein soziales und sich positiv entwickelndes Miteinander aller zu gewährleisten und umfassende Bildungsprozesse zu ermöglichen.
Als Lehrende und Lernende der Alice-Eleonoren-Schule stehen wir in dieser geistigen Tradition, die zukunftsweisend war und ist.
Wir danken Frau Agnes Schmidt von der Luise Büchner-Gesellschaft herzlich für ihre Beratung bei der Verfassung des Artikels.
Nähere Informationen zur Luise Büchner Gesellschaft finden Sie unter Luise Büchner Gesellschaft
Textquellen:
I Schmidt, Agnes: Die Alice-Vereine im Großherzogtum Hessen-Darmstadt 1867-1918, Darmstadt 2017, S. 8; zitiert aus: „Gebildet, ohne gelehrt zu sein. Essays, Berichte, Briefe von Luise Büchner. Hrsg. Margarete Dierks. Darmstadt 1991 (Darmstädter Schriften 60) S.185 f.)
II vgl. Schmidt, Agnes: Die Alice-Vereine im Großherzogtum Hessen-Darmstadt 1867-1918, Darmstadt 2017, S. 106
III vgl. Alice-Eleonoren-Schule Darmstadt. Hundertjähriges Bestehen 100 Jahre 1876 – 1967, S. 41 ff.
IV (Scharpf, Cordelia: Die Alice-Vereine in Darmstadt. In: Schmidt, Agnes (Hrsg): Die Alice-Vereine im Großherzogtum Hessen-Darmstadt 1867-1918, Darmstadt 2017; zitiert aus „Alice-Eleonoren-Schule Darmstadt. Hundertjähriges Bestehen 100 Jahre 1876 – 1967, S. 37)
V Scharpf, Cordelia: Die Alice-Vereine in Darmstadt. In: Schmidt, Agnes (Hrsg): Die Alice-Vereine im Großherzogtum Hessen-Darmstadt 1867-1918, Darmstadt 2017, S. 33. Zitiert aus: Büchner, Luise: Deutsche Geschichte von 1815 bis 1870, Leipzig 1875, S. 626 – 627
Bildquelle 1: Mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchives Darmstadt, haus-der-geschichte
Bildquelle 2: Mit freundlicher Genehmigung der Luise Büchner Gesellschaft
Fördervereine und Besonderes
WIR für EUCH!
Unter diesem Motto unterstützt der Förderverein der Alice-Eleonoren-Schule Schülerinnen aktiv die Bildung und Ausbildung der Schülerinnen und Schüler.
- Wir unterstützen die schulische Arbeit ideell und materiell.
- Wir möchten Schülerinnen und Schüler in ihrer beruflichen Aus- und Weiterbildung fördern
- Wir wollen die Zusammenarbeit zwischen Ausbildungsbetrieben, Berufsverbänden, Institutionen der Wirtschaft und unserer Schule verbessern.
- Wir würdigen die Arbeit besonders engagierter Schüler/innen in fachlichen und sozialen Bereichen.
- Wir unterstützen finanziell: Projekte, Studien- und Klassenfahrten.
- Wir helfen einzelnen Schüler/innen in Notlagen.
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Förderverein
Alice-Eleonoren-Schule
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64283 Darmstadt
Förderverein
Alice-Eleonoren-Schule
Email:aes-darmstadt-foerderverein@web.de
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- Susanne Hughes
- Gudula Billepp
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- Jantine Huckauf
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- Bestand und Pflege einer Präsenzbibliothek
- Erweiterung der Schulbibliothek mit Kinder- und Jugendliteratur Bau einer Leseecke
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- Ausbildung von „Lesecoachs“ im Unterricht KJL, Deutsch in der Erzieher-Ausbildung
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- Regelmäßig durchgeführte „AES-Vor-Lese-Stunden“ in sozialpädagogischen Einrichtungen durch Studierende der FSS Sozialpädagogik
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Alice-Eleonoren-Schule
Martinstraße 140
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Telefon 06151 – 48828
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IBAN DE52 5085 0150 0002 0303 90
BIC: HELADEF1DAS
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Sandra Veith
